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Staatsanleihen

Staatsanleihen: einer von mehreren Grundsteinen bei Falschgeldsystemen

Staatsanleihen sind Schuldaufnahmen des Staates mit (je nach unterschiedlicher Laufzeit der Anleihe) festem Zins. Sie werden auf dem Finanzmarkt feilgeboten, und zwar bei zyklisch stattfindenden Auktionen.

In der Regel zahlt der Staat seine Schulden jedoch nicht zurück, sondern verschuldet sich sukzessive weiter und nimmt dann auch für die Zinsen, die er für diese Schulden zahlen muß, neue Schulden auf. Somit unterliegen auch Staaten, nicht nur Einzelpersonen oder Firmen, dem Zwangsmechanismus des Falschgeldsystems, der sich lawinenartig beschleunigt — was wiederum bedeutet, daß (im Widerspruch zu mancher naiven Annahme unbedarfter Bürger) auch Staaten bankrott gehen können.

Die Obrigkeit verschuldet sich auf Kosten ihrer Untertanen

Auszug aus wertperspektive.de:

In allen Epochen der Menschheitsgeschichte gelangten Regierungen und Herrscher in Geldnot, insbesondere wenn es darum ging, extravagante Projekte zu finanzieren und Kriege zu führen. So fühlte man, da man zugleich die Gewalt der Obrigkeit innehatte und dem Volk damit auch unpopuläre Verordnungen aufzwingen konnte, sich immer wieder der Verlockung ausgesetzt, mehr Geld zu schaffen, als tatsächlich in Form der unmanipulierbaren Mengen an Edelmetallen zur Verfügung stand. In der Geldgeschichte nannte man das „Münzverschlechterung“ — die Münzen enthielten Legierungen edler und unedler Metalle; der volle Wert der Zahlungsmittel wurde schrittweise verwässert. Dies führte immer wieder zu Aufständen und Protesten seitens der Bevölkerung, die sich gegen derartige Betrugsversuche wandte.

Gerade das oben schon angesprochene Papiergeld ermöglichte eine besonders effektive Form der Geldverschlechterung. Man könnte doch einfach mehr Papiergutscheine ausgeben, als Deckung durch echtes Geld vorhanden war. Was hier fehlte, war noch die passende Rechtfertigung. Der erste Betrugstrick, den alle Regierungen bzw. ihre Politiker gerne anwandten, um mehr Mittel an die Hand zu bekommen, als an Deckung durch echtes Geld vorhanden war, bestand in Staatsanleihen. Ich habe schon mehrfach auf die entsprechende Szene in Goethes Drama Faust, Teil 2 verwiesen, wo dieser Trick sehr anschaulich demonstriert wird.

Heutige Bürger verstehen aber leider schon gar nicht mehr, was daran überhaupt Betrug sein soll. Schließlich bekommen sie ja tagein tagaus in den Medien ebendiese Staatsanleihen als etwas ganz Normales und Selbstverständliches präsentiert. „Der Staat“ vergibt eben Anleihen, also Schuldscheine — was soll daran schlecht sein? Dem naiven Pöbel in Goethes Theaterstück ähnlich, der durch Gedankenlosigkeit, Gier und Oberflächlichkeit sofort von den bequemen Vorzügen des Papiergeld eingenommen wird, glaubt auch der heutige Bürger, der Staat könne und werde schon genügend Sicherheit bieten, um eine Wertdeckung dieses Schuldgeldes zu gewährleisten. Aber fragen wir doch mal ganz einfach: Worin besteht denn hier die Deckung? Was wird als Gegenwert bereitgestellt? Das Gesamte eines Gemeinwesens: also im Grunde das Eigentum der Staatsbürger selbst, nur hier als anonymes Kollektiv genommen. D.h. z.B. die von kommenden Generationen zu erbringende Wirtschaftsleistung, außerdem Grund und Boden, sowie die darin befindlichen Rohstoffe.

Alles das als Gegenleistung zu erbringen wird aber gar nicht wirklich in Erwägung gezogen. Es handelt sich nur um einen im Kern sehr primitiven Vorwand, eine hohle Phrase. Es geht bloß darum, „irgendetwas“ als angebliche Deckung von de facto ungedecktem Geld herzunehmen und denen, die nicht weiter nachdenken, vor die Nase zu halten. Die Banken, die Hintermänner des Finanzwesens interessiert das nicht; die interessiert nur der Verschuldungsprozeß als solcher — und woher diese wohlwollende Toleranz kommt, darauf gehen wir gleich noch näher ein.

Wichtige Frage: Bei wem verschuldet sich der Staat?

Der Staatsanleihen-Markt macht einen wichtigen Teil der Bondmarktes aus („Bond“ ist der angelsächsische Ausdruck für ein festverzinsliches Wertpapier). Im Unterschied zu den Firmen-Bonds galten die Staatsanleihen bislang immer als die verläßlicheren, da der gesamte Staat als Garant für die Sicherheit einstand. Aber obige Überlegungen zeigen bereits auf: An Rückzahlung ist gar nicht gedacht; es geht allein um die Zinsen, die der Staat seinem Gläubiger gewährt.

Der Bond-Markt ist ein öffentlicher Markt; hier kann jeder als Käufer auftreten. In der Regel handelt es sich dabei um Banken. Die Banken verdienen wiederum, ganz dem Papiergeldsystem entsprechend, an den Zinsen.

http://www.hartgeld.com/Systemkrise.html 2010-06-14

Ich bin sozusagen vom Fach, ich bin Portfoliomanager Renten in einer kleinen Kapitalanlagegesellschaft. Leider haben die Leute draußen wenig Ahnung vom Bondmarkt und können das Phänomen „Zins“ gar nicht richtig einschätzen. Deshalb wird es wenigen bewußt, dass bei einem Renditeanstieg von einem Prozent bei einer zehnjährigen Anleihe etwa ein 6%iger Kursverlust/rückgang auftritt. Den haben Sie dann in Ihrem Fonds oder in Ihrer Lebensversicherung und merken es nicht einmal.

Lang kann das aber nicht mehr weitergehen, irgendwann trocknet der Bondmarkt aus. Dann ist er illiquide, und dann wird vielen klar, dass der Schrott, der sich in Ihren Portfolios befindet, nicht mehr verkaufen läßt. Und wenn dann die berühmten japanischen Hausfrauen kommen und ihr Geld abheben wollen (Stichtwort: I want my money back), ist es zu spät. Der Bankrun wird wohl wegen geschlossenen Bankfilialen ausfallen müssen.

Steigende Staatsanleihen-Zinsen signalisieren drohende Staatsbankrotte

Zinsen für Staatsanleihen gehören zu den wichtigsten Indikatoren des Finanzmarktes: Sie signalisieren, wieviel der Staat zahlen muß, um seine Anleihen erfolgreich auf dem Kapitalmarkt plazieren zu können. Steigen sie an, so muß der Staat entsprechend mehr an seine Schuldner zahlen. Als langfristiger Indikator gelten hier v.a. die 10-jährigen Staatsanleihen.

Wenn Staaten wie z.B. neuerdings Griechenland oder Spanien bankrott zu gehen drohen, schießen die vom Markt diktierten Zinsen rapide in die Höhe.

Siehe Überblick der Staatsanleihen-Zinsen:

Staatsanleihen-Zinsen als fundamentaler Bezugspunkt der Preise

Die Festzinsen der Staatsanleihen fungieren in jedem Land als fundamentaler Bezugspunkt der Preise und ihrer Entwicklung, da sie die vom Staat gegenüber dem Käufer zu vergütenden Zinsen für die Zukunft unveränderbar festschreiben – also z.B. bei 10-jährigen Anleihen auf 10 Jahre, bei 30-jährigen Anleihen sogar auf 30 Jahre. Steigen nun die Zinsen solcher Anleihen, so gehen auch die übrigen Kredit-Zinsen nach oben. Hierdurch haben die Anleihen-Zinsen einen direkten Einfluß auf das gesamte Wirtschaftsgeschehen, das wiederum von den Kosten für Kredite abhängt.

Manipulierter Staatsanleihen-Aufkauf

Zu den heute im Falschgeld-Zeitalter weitverbreiteten Betrügereien (seitens der Staaten und der Zentralbanken) gehören die Käufe der regelmäßig zur Staatsfinanzierung plazierten Bonds via Hintermännern. Denn wie zuvor erklärt geraten Staaten wie z.B. Griechenland bei abrupt steigenden Bond-Zinsen in akute Insolvenzgefahr.

In letzter Zeit häuft sich die Gepflogenheit, den Bond-Verkauf über Mittelsmänner zu tätigen, ja, inzwischen gehen sogar die Zentralbanken dazu über, die Anleihen selbst zu kaufen. Dieser „Monetarisierung“ genannte Vorgang kommt einem indirekten Gelddrucken gleich, d.h. es wird einfach die Geldmenge erhöht und mit dem neu geschaffenen Geld werden Schulden bezahlt. Dieser Vorgang ist zwar mittlerweile auch in der Öffentlichkeit publik geworden, aber aufgrund des allgemeinen Desinteresses der Bürger an derartigen Betrugsmanövern können sich Zentralbanken und Politiker derartige Schritte immer noch erlauben.

Die unausweichliche Folge ist jedenfalls eine fortschreitende weitere Zerrüttung der Währungen.

Das Hinauszögern des Staatsbankrotts

Das Hinauszögern des Staatsbankrotts führt zu einer Politik der widerrechtlichen Enteignung der Staaten gegenüber ihren Bürgern:

Viele Regierungen, so auch die der USA, Japans und der meisten Euro-Länder, haben extrem kostspielige Versprechen abgegeben, um ihren Staatbürgern Vorzüge und Ansprüche zu verschaffen und um die Gläubiger auszuzahlen. Diese Versprechen müssen gebrochen werden - erstens, weil sie nicht gehalten werden können, und zweitens, weil sie nicht gehalten werden sollten.

Jedem, der über Grundkenntnisse in Bereich Finanzen verfügt, müsste völlig klar sein, dass diese Versprechen nicht gehalten werden können. Die Regierung von Japan hat zum Beispiel Verpflichtungen gegenüber Anleihehaltern angehäuft, die jetzt schon das Doppelte des jährlichen Bruttosozialproduktes (BIP) des Landes ausmachen. Doch neben dieser ohnhin schon existierenden Verschuldung besteht zudem noch eine (uns) unbekannte - aber zweifellos sehr große - Menge „unfundierter“ (außerbilanzieller) Verpflichtungen, welche mit den verschiedenen Sozialprogrammen (zum Beispiel Sozialversicherung) in Verbindung stehen.

Nehmen wir ein anderes Beispiel: Innerhalb der kommenden 12 Monate werden die staatlichen Verpflichtungen der USA gegenüber Anleihehaltern 100% des BIP überschreiten. Wenn man jedoch die „unfundierten“ Verpflichtungen hinzurechnet, zeigt sich, dass der aktuelle Gesamtwert aller staatlichen Zahlungs- und Rückzahlungsversprechen der USA schon jetzt bei mehr als dem Fünffachen des BIP liegt. Werfen wir einen Blick auf andere Bespiele: Die verschuldungsbedingt missliche Lage der PIIGS-Staaten ist weithin bekannt, weniger bekannt ist jedoch die Tatsache, dass die staatlichen Gesamtverpflichtungen Frankreichs aber auch Deutschlands (bilanzielle wie außerbilanzielle) bei mehr als dem Vierfachen der jeweiligen BIP liegen. Wie kann also behauptet werden, diese Verpflichtungen könnten jemals gedeckt und beglichen werden?

Es geht ja nicht um das Behaupten allein - es geht darum, dass solche Behauptungen gefährlich sind. Sie sind deswegen gefährlich: Um die Illusion von Solvenz aufrechtzuerhalten, ist an anderer Stelle Diebstahl notwendig, und das in immer größerem Umfang - entweder direkt über höhere Besteuerung oder indirekt über mehr Inflation. Ein typisches Beispiel dafür ist der von führenden Politikern Europas zusammengestellte Plan, mit dem bewirkt werden soll, dass die griechische Regierung nicht einen Sofortausfall ihrer Schulden vermelden muss. In diesem Plan geht es um Steuererhöhungen in Griechenland, den Transfer der staatlichen Verpflichtungen Griechenlands von den Anleihehaltern zu anderen Staaten sowie um Schuldenmonetisierung (Inflation) durch die EZB - die Gesamtschuldenlast wird dabei jedoch nicht angetastet. Somit werden hier Ressourcen verschwendet, Ersparnisse konfisziert und Wirtschaftwachstum geschmälert - all das nur mit dem Ziel, den „Tag der Abrechnung“ hinauszuzögern.

Quelle: Diese Versprechen müssen gebrochen werden,Steve Saville, goldseiten.de, 19.6.2010 (Auszug aus einem Kommentar, der am 13. Juni 2010 auf www.speculative-investor.com veröffentlicht wurde)

Was sind Staatsanleihen?

Manipulation via Staatsanleihen


Gerd-Lothar Reschke 14.06.2010 14:54
Gerd-Lothar Reschke 17.06.2010 14:23


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staatsanleihen.txt · Zuletzt geändert: 08.04.2012 21:06 von gerdlothar

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