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Chronische Schmerzen (Spannungssyndrom)

Siehe auch: Fibromyalgie

Das TMS-Syndrom

Der Orthopäde John E.Sarno, Professor am Howard A. Rusk Institute in New York, beobachtete während seiner mehrere Jahrzehnte dauernden Arbeit mit Patienten, die an chronischen Rückenschmerzen litten, daß es sich bei ca. 90% der Fälle im wesentlichen um psychische Ursachen und deren Verdrängung handelte. In seinem vielbeachteten Werk

  • „Befreit von Rückenschmerzen: Die Körper-Seele-Verbindung realisieren“ (Amazon-Link)

setzt er sich mit der Psychosomatik von Rückenschmerzen auseinander. Chronische oder wiederholt auftretende Rücken- und Schulterschmerzen seien oft Folge eines Muskelverspannungs-Syndroms (TMS – Tension Myositis Syndrome) . Die Auslöser dieses Syndroms seien Streß, Ängste und unterdrückte Wut. Der Rückenschmerz entstehe, wenn sich der Körper stellvertretend für verdrängte Emotionen Aufmerksamkeit auf der physischen Ebene verschaffe.

Zur psychischen Situation der Betroffenen gehört, daß sie sich hin- und hergerissen fühlen zwischen ihren eigenen Gefühlen auf der einen Seite und einem Druck von außen. Jedem gerecht werden zu wollen und sich selbst dabei zu vernachlässigen, schwächt Körper und Seele. Hier kommt es nun darauf an, die eigenen Bedürfnisse zu erforschen und den eigenen Selbstwert zu finden. Menschen mit Rückenproblemen lassen sich gern „überreden“ zu Dingen, die ihren Körper überfordern.

Zentrale Heilungstips von Dr. Sarno: Man solle den Schmerz nicht als Krankheit einstufen, sondern als natürliche Stimme des Körpers, mit der sich so leben lasse, als sei man gesund. Man solle sich keinesfalls in seinen Bewegungsmöglichkeiten einschränken, sondern möglichst aktiv bleiben.

You have had real pain from real nerve damage inflicted on you by your subconscious mind. Your subconscious mind has done this to get your attention. It wants to get your attention because you’ve been ignoring, suppressing or otherwise getting rid of your anger and other strong negative emotions. You avoid them because you want to be a good person and an achiever at the same time.

As long as you ignore these feelings your body will attempt to “get your attention.” Throw out your MRIs, stop going to physical therapy, taper off your medication and stop taking it. Get up and act as if you are completely normal, because you are. The soreness and pain will pass in a couple of weeks and you will be fine.

Quelle: Belief

Laut Dr. Sarno lehnen 99.999% seiner Kollegen die Diagnose TMS als unzutreffend ab 1).

Psychische Disposition für TMS

Anfällig sind Personen, die unter psychischem Druck stehen und chronisch Spannung aufbauen, die sie nicht mehr loswerden. Aus dieser Überspannung resultieren dann oft Zustände von Angst einerseits und Wut, Ärger, Gram und Groll andererseits. Man kann diese auch als Manifestation von einmal nach innen, dann wieder nach außen gewendeter Aggression auffassen.

Manifestation durch wechselnde Symptome

Ein besonderes Merkmal von TMS besteht im „Wandern“ der Schmerzen und/oder Beschwerden durch verschiedene Körperbereiche. Dies verweist klar auf die primär psychische Natur des Syndroms, im Unterschied zur echten physischen Erkrankung. (Ungeachtet dessen müssen natürlich alle Beschwerden zur Abklärung ärztlich untersucht werden.)

Typischerweise beginnen die Schmerzen, wenn sie in einem Bereich aufhören, aber die psychische Ursache nicht erkannt und behoben wurde, in anschließender zeitlicher Abfolge in einem anderen Bereich. Es macht dann wenig Sinn, diese — zu Rückenschmerzen durch TMS äquivalenten — Beschwerden isoliert zu diagnostizieren, sondern es gilt, das Augenmerk auf den eigentlichen Hintergrund zu richten. Leider wird dies in der üblichen schulmedizinischen Methodik zumeist vernachlässigt.

Beispiele für äquivalente Beschwerden:

  • Spannungskopfschmerzen, Migräne (→ Kopfschmerzen)
  • Magengeschwür (auch Vorstadium, einfache Magenschmerzen)
  • Reizdarm, Kolitis
  • Prostatabeschwerden
  • Hautkrankheiten

Weitere typische Symptome, die auf TMS verweisen können:

  • Heuschnupfen
  • Immunstörungen
  • Allergien
  • Häufiges Urinieren
  • Ohrensausen
  • Schwindelanfälle
  • Licht-Überempfindlichkeit

Weitere mögliche Krankheitsformen, hinter denen sich TMS verbergen kann:

Beseitigung gängiger Mißverständnisse

Folgt man der oben erwähnten Diagnose TMS von Dr. Sarno bzw. verweisen die Beobachtungen der Schmerzen in diese Richtung, so ist es zuallererst wichtig, sich von der Autosuggestion zu lösen, es wäre etwas im Rücken „kaputtgegangen“ — mit anderen Worten: es handele sich um einen irreparablen Schaden, oder auch um eine Art Verletzung, also eine funktionale und/oder strukturelle körperliche Veränderung.

Aus dieser irrtümlichen Annahme, es sei ein körperlicher Defekt vorhanden, resultiert eine ganze Palette von (irreführenden) Empfehlungen, worauf man von nun an zu achten habe:

  • Korrekte Haltung beim Sitzen und v.a. beim Bücken (gerader Rücken)
  • Fitneßtraining mit Betonung von Muskeltraining zur Verstärkung der Haltemuskulatur
  • Bestimmte Sportarten vermeiden (z.B. Joggen, Brustschwimmen)
  • Oft werden Sportarten wie Tennis, Fußball, Basketball oder Golf ganz eingestellt

Es kommt zu einem ständigen Schonverhalten, bei dem man sich von bestimmten Stühlen oder Matrazen gefährdet fühlt und vielen Dingen gegenüber eine mißtrauische, ängstliche Vermeidungshaltung einnimmt, so als sei der Rücken (bzw. der ganze Körper oder Körperteil) überempfindlich, nicht mehr belastbar und ständiger Gefahr ausgesetzt.

Konventionelle Therapien, die in dieselbe Richtung weisen und den Glauben an ein physisches Problem verstärken:

  • Chirotherapie, manuelle Therapie
  • Krankengymnastik
  • Wärmetherapie (Fango etc.)
  • Massagen
  • Akupunktur
  • Schmerzlinderungs- und Entspannungsverfahren
  • Medikamente gegen Entzündungen

Die Diagnose TMS vermutet hingegen Durchblutungsstörungen und Sauerstoffmangel in den betroffenen Muskeln (z.T. auch in den Sehnen) als Schmerzursache. Hier ist es nun besonders wichtig, keine der üblichen Ängste und Besorgnisse zu kultivieren, die zu den üblichen Selbstbeschränkungen führen, wie: Ruhe, Schonung, Vermeiden bestimmter Bewegungen oder Haltungen sowie von Sport und Belastung.

Aus dieser von der Schulmedizin sowie von obengenannten konventionellen Therapien abweichenden Sichtweise erklärt sich auch die Ablehnung, die Sarnos Ansatz widerfährt. Man versteht, daß sich eine ganze „Industrie“ hier gefährdet fühlen muß.

Psychologische Ursachenforschung

Beim Auftreten von TMS sollte man sich verdeutlichen, daß der Schmerz erzeugt wurde, um die Aufmerksamkeit von einer psychischen Konfliktsituation abzulenken. Man muß also lernen, in den Situationen, wo derartige Schmerzen gehäuft auftreten, vom Körper abzusehen und auf die psychische Reaktionsweise zu achten – z.B. ob es sich um ein altes, tief eingegrabenes Vermeidungsmuster handelt. Gibt es eine unterschwellige Emotion, die nicht zugelassen wird?

Dieser Ansatz verlangt ein komplettes Umdenken. In der Regel sind wir ja gewohnt (und es wird auch durch die übliche schulmedizinische Sichtweise immer wieder unterstützt), den Grund der physischen Schmerzen in einer direkten physischen Ursache zu orten — denn genau dieser Eindruck wird ja auch subjektiv vom Körper hervorgerufen.

Das Umdenken betrifft dann eben auch den Verzicht auf die üblichen Behandlungen, Mittelchen und Kuren: also z.B. Physiotherapie, Manuelle Therapie, Osteopathie, Chirotherapie, Akupunktur, Massagen, Moorbäder usw. Ebenso betrifft es die ansonsten sehr anerkennenswerte Bereitschaft, tägliche Übungen durchzuführen. Dieses Üben sowie das ständige Berücksichtigen der vermeintlichen Körper-Beeinträchtungen in Form anderer Stühle oder Sitzhaltungen und dergleichen fördert ja gerade die konventionelle Denkweise und verstärkt indirekt auch die Angst, bei Nichtberücksichtigung erneute, womöglich noch schlimmere Schmerzen auszulösen. Der Patient entwickelt hierdurch eine Art präventive Schmerzangst, die ihn absurderweise sogar noch auf weitere Schmerzerlebnisse hin konditioniert.

Die von Dr. Sarno vorgeschlagene psychologische Ursachenforschung ignoriert daher die konventionellen, physisch orientierten Herangehensweisen radikal und rät:

  • Im selben Augenblick, wo die Schmerzen sich zeigen, sollte man bei sich selbst nach innen schauen und beobachten, inwieweit in derselben Situation ein bestimmter psychischer Streß gegeben ist, also z.B. Familiensorgen, berufliche Schwierigkeiten, finanzielle Probleme, Beziehungskonflikte mit bestimmten Menschen oder auch lebenslange, tief eingegrabene Einschränkungen und negative Verhaltensmuster.

Ein weiterer Faktor wird leicht vergessen: Zeit. Es wird wahrscheinlich mehrere Wochen dauern (zumeist 2-6 Wochen), bis die andere Herangehensweise ihre Früchte zu zeigen beginnt. In dieser Phase sind Geduld und Beharrlichkeit unverzichtbar. Ein reines „Wegdenken“ der Schmerzen (z.B. durch Verdrängen und Vergessen) ist nicht möglich. Muß doch erst das zugrundeliegende eigentliche Problem bewußt gemacht und gelöst werden, bevor nachhaltige Heilung eintreten kann!

Persönliche Erfahrungsschilderung

Der Glaube, bei der Ursache eigener Schmerzen handele es sich zumeist um körperliche Schädigungen, ist zu Beginn sehr tief eingenistet. Umso mehr, da schon eine ganze Reihe von medizinischen Fachleuten automatisch zu dieser Begründung gegriffen und reihenweise „Beweise“, etwa in Form von MRT-Aufnahmen und im Fachvokabular gehaltenen „Begründungen“, vorgetragen haben. Es fällt schwer, dies alles als gegenstandslos und unfundiert abzutun. (Ideologischer Hintergrund ist hier auch: das mechanistische Weltbild mit dem Menschen als biologische Apparatur; entsprechende Schmalspur-Ausbildung der Mediziner; erhebliches Maß an Unfähigkeit, Physis und Psyche in sich gegenseitig beeinflussender Interaktion zu betrachten.)

Es gibt aber noch einen viel wichtigeren Grund, weshalb es so schwer fällt, sich selbst nicht als „unheilbar geschädigt“ anzusehen: Das Unterbewußtsein benötigt diese angeblichen Gründe als Fundament für eine funktionierende Ablenkung von der eigentlichen Ursache, nämlich der eigenen spezifischen Situation von Besorgnis, Angst, Frustration, Verärgerung, ja Groll. Laut Dr. Sarno bietet der Schmerz die willkommene Rechtfertigung, sich damit nicht auseinanderzusetzen — er ist gerade der benötigte Vorwand, um dies nicht zu tun.

Um die Ursache bei sich selbst zu finden, ist es zuerst nötig, diesen Vorwand innerlich komplett loszulassen — also nicht mehr daran zu glauben (auch wenn immer noch die innere Disposition hierzu vorhanden ist). Man muß sich dem quasi absichtlich entgegenstellen. Im Buch wird auch geraten, mit dem eigenen Gehirn ein Zwiegespräch zu führen und sich dabei möglichst energisch gegen die Suggestion auszusprechen.

Des weiteren sollte man bei sich selbst genauer nach den wahren Ursachen der Verspannung nachforschen: sich also die eigene emotionale Befindlichkeit bewußter machen. Das kann geschehen, indem man im Alltag diejenigen Situationen ausfindig macht, wo Sorgen, Frust, Enttäuschung und Groll auftreten und wo man sich — ganz der typischen charakterlichen Disposition von TMS gemäß — zum altgewohnten Verhalten von wohlfunktionierender Pflichterfüllung, scheinbarer Stärke, Zuverlässigkeit und pedantischer Genauigkeit nötigt. Genau hier liegt dann auch die eigentliche Ursache des Syndroms begraben.

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chronische_schmerzen_spannungssyndrom.txt · Zuletzt geändert: 21.04.2017 18:17 von gerdlothar

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